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Glosse oder Posse oder Twilightzone?

Manchmal, wenn ich Artikel oder in Blogs lese, dann kommen zweierlei Dinge zusammen. Und zwar dann, wenn bei mir die Frage auftaucht, wie ernst ich es nehme oder ob ich nur teilweise die Dinge verstehe. Neue Informationen über neue Erkenntnisse, oft auch gerade im Bereich der Wissenschaften, vermischen sich manchmal mit Texten, die ich in der Vergangenheit las, die aber längst wieder in den Hintergrund traten und kein Thema mehr waren.

Ich habe heute im Spiegel, ausgelöst durch eine Glosse über Wissenschaftsmeldungen, solche alten, mir vage in Erinnerung gebliebenen, Erkenntnisse/Meldungen mit neuen Erkenntnissen oder Meldungen vermengt und mich gefragt, wie es eigentlich bestellt ist mit den verschiedensten wissenschaftlichen Neuheiten. Mir kam plötzlich in den Sinn, dass ich doch mal was gelesen hatte darüber, über schwarze Löcher zum Beispiel, gleichzeitig auch das Phänomen des Bermudadreiecks. In meiner Jugend las und hörte ich darüber, vage geschätzt in den 70er Jahren, irgendeine Geschichte darüber, dass plötzlich Flugzeuge verschwanden – war ein unerklärliches Phänomen. Neulich im Internet, ich war überrascht, eine Spalte über das Bermudadreieck – da war es wieder aufgetaucht – einfach so, aus heiterem Himmel. Ich las das nicht weiter durch, aber jetzt würde es mich doch wieder interessieren sowie das Thema der schwarzen Löcher. Da war doch was, aber es ist dann wieder in Vergessenheit geraten, nur noch ungewisse Erinnerungen wie „Bereiche, in denen alles verschwindet, es keine keine Zeitrechnung gibt oder so ähnlich, die Zeit sich aufhebt?“ Vielleicht auch noch, dass „Materie sich in schwarzen Löchern dematerialisiert“. Also ich weiß es selbst nicht mehr so recht. Dennoch bleibt es das Gebiet der Astrophysik. Schwarze Löcher gibt es im Universum.


Und als ich heute wieder mal den Spiegel in der Hand hatte, stieß ich auf einen Artikel, eine Glosse, die Überschrift lautete Zukunft im Zwielicht, von Matthias Schulz, Ausgabe Nr. 1 / 30.12.2016.


Ich frage mich über den Sinn und Unsinn von Forschung, was mir daran gefällt und was nicht, was ich bedenklich finde, was mich ängstigt, aber auch, was mich begeistert und fasziniert. Ich möchte gleich darauf zu sprechen kommen, denn es ist erstens ja eine Glosse, zweitens muss ich darüber auch lachen, aber drittens kommt doch wieder der Ernst dazu, wo ich denke, die Wissenschaft nimmt seltsame Formen an, dass es eine Beleidigung ist oder respektlos vor der Schöpfung, weil nicht erforscht wird im Sinne von Beobachtung und Erkenntnissen, sondern erforscht wird im Sinne von Eingriffen, die für mich keine Forschung mehr sind, sondern Spielerei von „Dummgeistern“, die meinen, jetzt bauen wir die Welt einfach mal nach unseren grenzenlosen Möglichkeiten neu zusammen und die Folgen sind dann völlig von Desinteresse gekrönt. Ich sehe hier die einäugigen Wissenschaftler, weil deren Wissenschaft nur auf einem egomanen Materialismus gründet. Die Wechselwirkungen werden einfach ausgegrenzt, als ob es keine Mystik gäbe. Dies ist ja dann ausgeschlossen, wenn man nur an der Materie herumschraubt. Als ob alles ein, zwar hochkomplizierter, aber erforschbarer Baukasten wäre. Eine Kaste, die sich im Baukastensystem bewegt. Oder anders gesagt: „Wissenschaftler mit Werkzeugkasten“. Also bewege ich mich gerne im Bereich der Glosse hierzu. So viel so gut oder schlecht. Also ist es keine Kritik, sondern eine Glosse. Und Glosse ist Glosse.


Text des Artikels:

Glossse

Zukunft im Zwielicht
Warum unser Wissen auch das Ungewisse vermehrt

Hat der Fortschritt nur deshalb ein so enormes Tempo aufgenommen, weil es mit uns bergab geht? In Südkorea wurde im März ein Mensch beim Brettspiel Go von einem Computer besiegt. Kurz darauf kam in Mexiko ein Kind zur Welt, dessen Erbgut aus drei Eltern gemischt ist – was bedeutet, dass sich der Homo sapiens als Allerlei in der Retorte herstellen lässt. Beide Ereignisse gehören zu den wichtigsten Wissenschaftsmeldungen des Jahres 2016, gekürt vom Magazin ‚Science News‘.
Wer sich die Charts ansieht, könnte zum Schwarzmaler werden. Gerät die Krone der Schöpfung ins Abseits? Auf Platz eins stehen die Gravitationswellen. Mit ihrem Nachweis haben wir es klipp und klar: Im All stoßen schwarze Löcher so katastrophal zusammen, dass die Raumzeit verbeult. Auch Rang zwei, das Zika-Virus, gibt wenig Anlass zu Heiterkeit. Ein unauffälliger Erreger, vor 70 Jahren entdeckt, bricht plötzlich aus und erzeugt bei über 2000 brasilianischen Säuglingen zu kleine Gehirne. Doch so ist es eben: Wer viel forscht, steigert auch das Wissen darüber, wie böse alles enden kann. Jener Urmensch, der das erste Lagerfeuer anzündete, wird kaum geahnt haben, dass seine Innovation dermaleinst zu einem irrsinnigen Abschmelzen des arktischen Eises führen würde. Schon ab 2050, so die Wissenschaftsgeschichte auf Platz fünf, wird man mit Vergnügungsdampfern quer über den Nordpol fahren können. Vom Eisbären bis zum Plankton wird sich dort alles verändern. Wir lernen daraus: Der Weltgeist wandelt auf verschlungenen Pfaden. Auch die Glühbirne war ja nicht einfach die Weiterentwicklung der Kerze. Hoffnung macht immerhin Proxima Centauri b: Im August hat man den ersten erdähnlichen Planeten in galaktischer Nähe gesichtet. Raketen brauchten für die Strecke 80.000 Jahre. Tiefgekühlt könnte man also dorthin entfliehen – falls der Fortschritt auf Erden an Tempo gewinnt.“

 

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